Es war still geworden um die Nachfolge von Georg Fritzsch als GMD der Badischen Staatskapelle. Daß es nun der 1992 in London geborene britische Dirigent Kerem Hasan wird, kommt überraschend. Das Engagement wirkt fast wie das Ergebnis eines Speed-Datings.
Er stand nicht auf der Liste der offiziellen Kandidaten, ein Symphoniekonzert hat er in Karlsruhe nicht probedirigiert, es gab nur ein einziges Operndirigat am 2. April bei Cavalleria rusticana/Pagliacci. Ob das nun wirklich eine tiefe Beziehung wird oder ein Engagement auf fünf Jahre, das seinen künstlerischen Mittelpunkt nicht im Großen Haus, sondern im Exil des Konzerthauses findet, wird sich erweisen müssen. Kerem Hasan studierte am Royal Conservatoire of Scotland, später vertiefte er seine Ausbildung in Weimar und an der Zürcher Hochschule der Künste; international bekannt wurde er vor allem durch den Gewinn des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award 2017, auch bekannt als Herbert von Karajan Young Conductors Award. Ab September 2019 war er Dirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck, eine Position, die er bis Juni 2023 innehatte. Er gastierte bei vielen Orchestern und gilt als einer der interessanten Dirigenten seiner Generation, derzeit ist er erster Gastdirigent beim Noord Nederlands Orkest in Groningen. Für Hasan - der dritte Brite in weniger als 25 Jahren an der Spitze der Staatskapelle - scheint es ein Karrieresprung und die Möglichkeit, insbesondere Opernerfahrung zu sammeln.Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2024/2025 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.
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Lieber Honigsammler,,
AntwortenLöschender Begriff Speed-Dating in Ihrem Beitrag ist durchaus pfiffig, nach Mitteilung des Theaters und nach weiteren Informationen durch die BNN und aus dem Netz und über KI ist der neue GMD aber m.E. eine durchaus interessante Wahl.
Mit britischen Dirigenten haben wir ja durchaus gute Erfahrungen gemacht..
Ich freue mich jedenfalls, dass diese Personalie nun entschieden ist.
Vielen Dank für Ihren Kommentar. "Interessant" ist in gewisser Weise fast jede Wahl. Anscheinend hat man sich schnell entscheiden wollen (unter Zeitdruck? Es gab nach Günter Neuholds unrühmlichen Abgang bis zur Übernahme durch Kazushi Ono ja kurzfristig einen "Interims-GMD", wenn ich mich richtig erinnere). Der Posten im Exil des Konzerthauses bei finanziellen Problemen der Stadt ist aktuell nicht so richtig attraktiv. Ob das jetzt der beste Kandidat oder der beste interessierte Kandidat ist - fast egal. Es kommt nur auf den Höreindruck an. Und den werden die meisten erst ab 2027/28 bekommen.
LöschenIch bin froh,daß ich Herr Fritzsch kennen lernen durfte und es war mir immer eine Ehre mit ihm arbeiten zu dürfen.
AntwortenLöschenEr kam jeden Tag voller Energie auf die Bühne,hat jeden mit seiner guten Laune angesteckt,er war präsent,hat jeden gegrüßt,immer einen flotten Spruch auf den Lippen,zu Scherzen bereit,einfach ein Macher,der jeden mitgenommen hat.
Ein Vorbild für das Miteinander,ein Vorbild an Energie und guter Laune,auch ein Mensch,der mit Unstimmigkeiten locker umgehen konnte,denn er wußte was er wollte und konnte sich so auch auf Kompromiße einlassen.
Das Theater wird einen richtig tollen Menschen verlieren,der jeden Tag positive Energie auf der Bühne verbreitet hat.
In Zeiten ganz übler Psycho Spielchen wird das ein ganz herber Verlust,der so hart erarbeitet Leitfaden des Theaters scheint nicht für die "Obrigen" zu gelten,da spielt sich der Herr Lorenzen TD als Arbeitgeber auf (ok,nix neues,die Wahnvorstellungen hatten auch schon andere in Karlsruhe).
Ich werde Herr Fritzsch vermissen und viele andere auch
Vielen lieben Dank für Ihre lobenden Worte zu Herrn Fritzsch, über die ich mich sehr gefreut habe. Wieso muß er jetzt schon nächstes Jahr gehen? Er hätte ja m.W. noch bis bis 2028 bleiben wollen. Daß das dem Intendant Firmbach nicht passte, führte ich darauf zurück, daß ein Top-Kandidat als Nachfolger bereits 2027 zur Verfügung stand. Nun gibt es eine Schnellschuß-Entscheidung mit einem Geschmäckle, die kein gutes Licht auf Firmbach wirft. Und das ist keine Kritik an Herrn Hasan, der hier hoffentlich sehr glücklich und erfolgreich wird. Aber der Abgang von Fritzsch erschließt sich mir nicht mehr.
LöschenDem kann ich noch hinzufügen, dass der Vertrag des GMDs zwischen Herrn Firmbach und Herrn Fritzsch seinerzeit auf 3 Jahre ab Beginn Intendanz Firmbach geschlossen wurde. D.h. der Vertrag von Herrn Fritzsch läuft geplant 2027 aus und es gab ein umfangreiches Findungsverfahren für die Nachfolge.
AntwortenLöschenVielen Dank für die Information!
Löschen@anonym: wie üblich: Vielen Dank für Ihre Mühe und die Informationen!
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