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Montag, 30. März 2026

Bellini - La Straniera, 29.03.2026

Umjubeltes Belcanto-Sängerfest mit Beigeschmack
Vorstellungen am Sonntagabend sind traditionell ein Angebot des Badischen Staatstheaters, das sich an Rentner und all jene richtet, die entweder wenig Schlaf benötigen oder Montagmorgens nicht in aller Frühe aufstehen und in eine neue Arbeitswoche starten müssen. Wenn man dann noch eine sehr selten gespielte, quasi unbekannte Oper wie La Straniera bringt, die zum Einsparen von Kosten als "Halbszenische Aufführung" angekündigt wird, auf Öffentlichkeitsarbeit verzichtet und gar nicht erst versucht, dem Publikum Sinn und Reiz zu vermitteln, dann hat man wirklich alles für eine mäßig besuchte Aufführung getan. Viele Plätze blieben bei der gestrigen Premiere leer und auch für die folgenden Vorstellungen sind (noch) mehr Plätze frei als vergeben. Diese Lieblosigkeit im Umgang mit dem eigenen Angebot ist eines der vielen Probleme, das Intendant Firmbach bisher nicht in den Griff bekommen hat. Wer sich die Opernbegeisterung hingegen nicht nehmen ließ, der erlebte gestern musikalische Raffinesse und vokale Eleganz, bei der sich exzellente Stimmen zu einem harmonischen Klangbild verbanden und Belcanto erlebbar wurde. Für Opern-Fans lohnt sich jede Rarität, doch besonders wenn sie so engagiert gesungen und musiziert wird wie bei der gestrigen Premiere von La Straniera. Man kann nur hoffen, daß sich nicht zu viele Zuschauer abschrecken lassen, bereits die erste Rarität der Spielzeit Les Boréades entwickelte sich vom Geheimtipp zum Publikumserfolg, La Straniera ist dies ebenfalls zu wünschen.

Montag, 31. März 2025

Strauss - Der Rosenkavalier, 30.03.2025

Aus der Zeit gefallen, aus den Fugen geraten, aus der Perspektive des Wehmuts
Der neue Karlsruher Rosenkavalier ist eine Übernahme einer Inszenierung, die 2006 in Berlin Premiere feierte (und später auch u.a. in München und Prag zu sehen war). Regisseur Andreas Homoki, damals Intendant der Komischen Oper, erschuf eine grundsolide, aber etwas zu humorlose Inszenierung, die sich an zentralen Stellen verdichtet, indem sie nachdrücklich die Brüche ernst nimmt und die Wehmut, die über ihnen liegt. Am Schluß gibt es zwar ein glückliches Liebespaar, doch manches gerät dabei aus den Fugen und fällt aus der Zeit. Letztendlich überzeugt diese Inszenierung durch die Rücksichtnahme, man möchte fast Zärtlichkeit sagen, mit der der Regisseur den drei liebenden Figuren begegnet. Die gestrige Premiere gelang homogen auf hohem Niveau und erhielt sowohl sängerisch als auch musikalisch viel Applaus und Bravos, und insbesondere das zentrale Sängerquintett war grandios.