Freitag, 19. Juni 2026

Der neue GMD ab 2027/28 ist nun bekannt

Es war still geworden um die Nachfolge von Georg Fritzsch als GMD der Badischen Staatskapelle. Daß es nun der 1992 in London geborene britische Dirigent Kerem Hasan wird, kommt überraschend. Das Engagement wirkt fast wie das Ergebnis eines Speed-Datings. 

Er stand nicht auf der Liste der offiziellen Kandidaten, ein Symphoniekonzert hat er in Karlsruhe nicht probedirigiert, es gab nur ein einziges Operndirigat am 2. April bei Cavalleria rusticana/Pagliacci. Ob das nun wirklich eine tiefe Beziehung wird oder ein Engagement auf fünf Jahre, das seinen künstlerischen Mittelpunkt nicht im Großen Haus, sondern im Exil des Konzerthauses findet, wird sich erweisen müssen. Kerem Hasan studierte am Royal Conservatoire of Scotland, später vertiefte er seine Ausbildung in Weimar und an der Zürcher Hochschule der Künste; international bekannt wurde er vor allem durch den Gewinn des Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award 2017, auch bekannt als Herbert von Karajan Young Conductors Award. Ab September 2019 war er Dirigent des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck, eine Position, die er bis Juni 2023 innehatte.  Er gastierte bei vielen Orchestern und gilt als einer der interessanten Dirigenten seiner Generation, derzeit ist er erster Gastdirigent beim Noord Nederlands Orkest in Groningen. Für Hasan - der dritte Brite in weniger als 25 Jahren an der Spitze der Staatskapelle - scheint es ein Karrieresprung und die Möglichkeit, insbesondere Opernerfahrung zu sammeln. 

3 Kommentare:

  1. Lieber Honigsammler,,
    der Begriff Speed-Dating in Ihrem Beitrag ist durchaus pfiffig, nach Mitteilung des Theaters und nach weiteren Informationen durch die BNN und aus dem Netz und über KI ist der neue GMD aber m.E. eine durchaus interessante Wahl.
    Mit britischen Dirigenten haben wir ja durchaus gute Erfahrungen gemacht..
    Ich freue mich jedenfalls, dass diese Personalie nun entschieden ist.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. "Interessant" ist in gewisser Weise fast jede Wahl. Anscheinend hat man sich schnell entscheiden wollen (unter Zeitdruck? Es gab nach Günter Neuholds unrühmlichen Abgang bis zur Übernahme durch Kazushi Ono ja kurzfristig einen "Interims-GMD", wenn ich mich richtig erinnere). Der Posten im Exil des Konzerthauses bei finanziellen Problemen der Stadt ist aktuell nicht so richtig attraktiv. Ob das jetzt der beste Kandidat oder der beste interessierte Kandidat ist - fast egal. Es kommt nur auf den Höreindruck an. Und den werden die meisten erst ab 2027/28 bekommen.

      Löschen
  2. Ich bin froh,daß ich Herr Fritzsch kennen lernen durfte und es war mir immer eine Ehre mit ihm arbeiten zu dürfen.
    Er kam jeden Tag voller Energie auf die Bühne,hat jeden mit seiner guten Laune angesteckt,er war präsent,hat jeden gegrüßt,immer einen flotten Spruch auf den Lippen,zu Scherzen bereit,einfach ein Macher,der jeden mitgenommen hat.
    Ein Vorbild für das Miteinander,ein Vorbild an Energie und guter Laune,auch ein Mensch,der mit Unstimmigkeiten locker umgehen konnte,denn er wußte was er wollte und konnte sich so auch auf Kompromiße einlassen.
    Das Theater wird einen richtig tollen Menschen verlieren,der jeden Tag positive Energie auf der Bühne verbreitet hat.
    In Zeiten ganz übler Psycho Spielchen wird das ein ganz herber Verlust,der so hart erarbeitet Leitfaden des Theaters scheint nicht für die "Obrigen" zu gelten,da spielt sich der Herr Lorenzen TD als Arbeitgeber auf (ok,nix neues,die Wahnvorstellungen hatten auch schon andere in Karlsruhe).
    Ich werde Herr Fritzsch vermissen und viele andere auch

    AntwortenLöschen

Gerne können Sie mir einen Kommentar mit Bezug zum Inhalt dieses Blogs hinterlassen. Ich werde ihn mir baldmöglichst durchlesen. Haben Sie etwas Geduld - ich veröffentliche hier nur unregelmäßig und lese nicht täglich meine Nachrichten. Aus beruflichen Gründen komme ich oft nur wöchentlich zum Reagieren.
Bitte beachten Sie: es handelt sich hier um eine private Seite und nicht um ein öffentliches Diskussionsforum. Falls ich einen Text als unpassend, unsachlich, unangemessen oder als zu polemisch einschätze, werde ich ihn nicht veröffentlichen und ggf. auch nicht beantworten. Ebenso wäge ich bei persönlichen Mitteilungen an mich ab, ob ein allgemeines Interesse besteht. Manchmal fehlt mir schlicht die Zeit, auf Kommentare angemessen zu antworten
Um nicht „Anonym“ zu kommunizieren, klicken Sie bei der Auswahl "Kommentar schreiben als:" auf „Name/URL“. Geben Sie dann Ihren (Erkennungs-)Namen ein. Eine Webadresse muß dabei nicht angeben werden (Feld leer lassen).
Es gibt bei manchen Browsern TECHNISCHE PROBLEME mit dem Kommentarfeld. Bevor Sie einen Kommentar abschicken, sichern und zwischenspeichern Sie ihn bitte. Immer wieder verschwinden Kommentare beim Abschicken und kommen bei mir nie an. Ein Kommentar darf maximal 4.096 Zeichen umfassen, ansonsten machen Sie bitte zwei daraus. Zum Kommentieren scheint der Chrome-Browser am besten geeignet.