Die Wiederaufnahme des letztjährigen Rinaldo (mehr hier) bestätigte Stärken und Schwächen des Vorjahrs, eine bemerkenswert phantasievolle Inszenierung, deren Personenregie am Schluß etwas makaber wird, sängerisch nicht optimal besetzt und etwas gleichförmig, aber schön musiziert. Die prunkvollere erste Version des Rinaldo von 1711 ist dieser von 1731 klar vorzuziehen. Sängerisch bleiben insbesondere Suzanne Jerosme in Erinnerung, die man demnächst auch als Blanche im Dialog der Karmeliterinnen erleben darf, sowie der Tenor mit dem klangvollen Namen Jorge Navarro Colorado. Sowohl Rinaldo als auch dieses Jahr Tamerlano zeigen prinzipiell eine inszenatorische Richtung auf, die man hoffentlich auch zukünftig verfolgt, eine Mischung aus Phantasie, Freude und Spektakel.
Seit 1988 bin ich steter Besucher des Badischen Staatstheaters. Bei vielen Opern-, Theater-, Konzert- und Ballettvorstellungen im Jahr und Besuchen in anderen Städten verliert man schon mal den Überblick. Dieser Tagebuch-Blog dient mir seit der Spielzeit 2024/2025 als elektronische Erinnerung. Bitte beachten Sie meine Intention: ich bin kein Journalist oder Kritiker, sondern schreibe hier lediglich persönliche Eindrücke, private Ansichten und Vermutungen für mich und Angehörige nieder.