Donnerstag, 1. Januar 2026

Vor 100 Jahren: Josef Krips wird 1926 GMD in Karlsruhe

1926: Deutschlands jüngster GMD tritt seinen Posten in Karlsruhe an
Vier legendäre Dirigenten leiteten als Generalmusikdirektoren das Karlsruher Orchester: Hermann Levi (der in Bayreuth 1882 die Uraufführung des Parsifal dirigierte), Felix Mottl (der 1886 den allerersten Tristan in Bayreuth dirigierte), Joseph Keilberth (dessen Mitschnitt des Bayreuther Nibelungenrings von 1955 heute noch als Maßstab und Referenz gilt) und Josef Krips. Und ein fünfter sollte 1933 seine Karriere in Karlsruhe starten: Georg Solti (der 105 Grammy-Nominierungen erreichte und für seine Klassik-Aufnahmen zwischen 1962 und 1998 31 Grammy Awards gewann - ein Rekord, der erst 2023 von Beyoncé übertroffen wurde). Doch die Machtübernahme durch die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei vertrieb Solti und Krips, dessen bemerkenswerte Karlsruher Zeit und seine Karriere lohnen, in Erinnerung gerufen zu werden.

Der Österreicher Josef Krips (*1902 †1974) wurde mit 24 Jahren in Karlsruhe als Deutschlands jüngster Generalmusikdirektor ins Amt berufen, zuvor war er für eine Spielzeit an der Dortmunder Oper als Kapellmeister tätig. Nach dem plötzlichen Tod von GMD Ferdinand Wagner mußte in Karlsruhe schnell Ersatz gefunden werden. Krips wurde im Sommerurlaub von einer Agentur kontaktiert und fuhr zum Kennenlernen nach Baden-Baden, wo er den Intendanten Hans Waag traf. Krips erinnerte sich: "Vor meiner Abreise nahm mich Dr. Waag in seinem Auto nach Karlsruhe mit, um mich im Kulturministerium vorzustellen. Dort war der überaus musikalische Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Julius Finter, anwesend, außerdem noch drei badische Bürgermeister und mehrere Stadträte. Für die Wahl des neuen Generalmusikdirektors wurde ein Komitee von 24 Personen einberufen welchem auch der Staatspräsident, der Unterrichtsminister und der Innenminister angehörten, also die höchsten Leute von Baden. Baden bildete damals einen eigenen Staat."

Zwei Probedirigate wurden angesetzt. Das erste bestand aus dem Fliegenden Holländer. "Der Erfolg des jungen Dirigenten war ein geradezu sensationeller" hieß es u.a. in der Presse. Es folgte noch ein Konzert mit Mozarts g-moll Symphonie, der Tannhäuser-Ouvertüre und Beethovens 5. Symphonie.

Krips berichtete: "Für die Stellung des Generalmusikdirektors in Karlsruhe hatten sich 80 Dirigenten beworben, … sogar Felix Weingartner, Otto Klemperer und Georg Szell. Zum Schluß stand ich mit Karl Böhm in engster Wahl. Er hatte damals die Stellung eines ersten Kapellmeisters … in München inne.“ Krips wurde wiederum in München die Stelle von Böhm angeboten, falls dieser den Posten in Karlsruhe übernehmen würde. Die badische Findungskommission reiste wegen Böhm nach München, um ihn die Zauberflöte dirigieren zu hören. Man schien nicht begeistert.

Krips bekam den Posten. Er war von 1926 bis 1933 für sieben Spielzeiten GMD in Karlsruhe, sein zehn Jahre laufender Vertrag wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum Ende der Spielzeit gekündigt. Nachfolger von Krips wurde 1933 für zwei Spielzeiten ein Dirigent namens Klaus Nettstraetter, der wahrscheinlich weniger wegen seines Könnens, sondern wegen seiner nationalsozialistischen Überzeugungen auf den Posten gesetzt wurde. Das ging nicht lange gut, Joseph Keilberth wurde 1935 übrigens Herbert von Karajan vorgezogen, der sich auch in Karlsruhe als GMD beworben hatte.

Krips behielt Karlsruhe in sehr guter Erinnerung, viele für seine spätere Karriere wichtige Werke dirigiert er hier zum ersten Mal, bspw. viele Wagner-Opern. Für einen so jungen Dirigenten bot sich ihm eine Chance, die er erfolgreich wahrnahm. Pro Saison gab es ca. 200 Opernaufführungen (Krips gab Jahrzehnte später an, davon selber "mindestens hundert Aufführungen" in jeder Spielzeit dirigiert zu haben) sowie ca. 25 Konzerte. In den sieben Jahren wurden "nicht weniger als 126 Opern einstudiert und aufgeführt"! "Mozart, Wagner und Richard Strauss bildeten die Säulen unseres Repertoires. Eine Saison ohne den kompletten Wagner von Rienzi bis Parsifal durfte es in Karlsruhe nicht geben." In wenigen Jahren erarbeitete sich Krips ein großes Repertoire.

Krips wußte auch die Karlsruher Opern-Tradition zu schätzen und interessierte sich für die reiche Geschichte des Hauses, recherchierte und sammelte Geschichten. Zur Uraufführung von Berlioz‘ Trojaner "kam ein Extrazug aus Paris nach Karlsruhe. Der alte Hausinspektor Zwickel, ein Zwerg, der so wunderbar karlsruherisch sprach, erzählte mir: Da habe se am ersten Rang obe überhaupt ka deutsches Wort g'hört; da habe die Leut' nur französisch g'schwätzt."


Das staunenswerte Repertoire in Karlsruhe
Die Karlsruher Theaterzettel haben sich nahezu lückenlos von der Spielzeit 1813/14 bis zum Ende der Weimarer Republik erhalten. Manche Spielzeiten gingen verloren, es fehlen fast alle Informationen zu Krips erster (1926/27) und letzter Saison (1932/33). 

Es wirkt  immens, was Krips in der Spielzeit 1927/28 alles dirigierte, bspw. Don GiovanniBoris Godunov, Die verkaufte BrautAriadne auf Naxos, Der fliegende HolländerTannhäuserPagliacci und Cavalleria Rusticana, Martha, Die Macht des Schicksals, La Traviata, MeistersingerFreischützCarmenRosenkavalierTristan und IsoldeGnecchis CassandraBettelstudentLohengrinFledermaus und als Uraufführung Juan Manéns Oper Neró i Acté (ein interessanter Höreindruck (nicht von Krips) findet sich hier auf youtube). Krips leitete persönlich also über 20 verschiedene Opern in einer Spielzeit und dazu auch noch Konzerte (selbst Jugendkonzerte gab es damals schon, bspw. hier). Das Programm der Karlsruhe Oper war vor einhundert Jahren in einem Maße divers und abwechslungsreich, wie man es sich heutzutage kaum noch erträumen mag. Darüber hinaus gab es nämlich auch noch u.a.  Tosca, Fra Diavolo, Aida, Tiefland, Der Evangelimann, Samson und Dalila, Vogelhändler, Troubadour, Gounods Faust, Fidelio, Mignon, ParsifalSalome, dazu Hans Gáls Die Heilige Ente und die Uraufführung von Julius Weismanns Regina del lagoDen jungen Joseph Keilberth findet man übrigens mit einem Ballettdirigat von Leo Delibes' Sylvia und Lortzings Waffenschmied. Man kann nur staunen, was wenige Jahre nach dem ersten Weltkrieg möglich war.

Krips dirigierte in den kommenden Spielzeiten außerdem bzw. zusätzlich:

1928/29: Glucks Armida, Der Barbier von Bagdad, Ein Maskenball, Eugen Zádors Die Insel der Toten, Boccaccio, Parsifal, Siegfried Wagners Sternengebot, Madama Butterfly, Felix Weingartners Die Dorfschule und Meister Andrea, 1001 Nacht, Troubadour
(Interessante Entdeckung am Rande: drei (nicht von Krips' geleitete) Opern von Ernst Krenek an einem Abend: Der Diktator, Das geheime Königreich und Schwergewicht oder die Ehre der Nation). 

1929/30
folgten bspw. Rheingold, Walküre, Siegfried, Götterdämmerung, Louise, Zigeunerbaron, La Juive, Aida, Alcina, Johann Strauß' Der lustige Krieg 

1930/31:
Der Waffenschmid, Zar und Zimmermann, La belle Hélène, Leben des Orest, Zauberflöte

1931/1932:
Die Frau ohne Schatten, Die Prinzessin auf dem Seil, Jenö von Hubays Die Maske, Rienzi

Dazu kamen noch jährlich einige Symphoniekonzerte. Große Virtuosen spielten mit Krips: Elly Ney (hier), Arthur Schnabel (hier), Wilhelm Backhaus (hier), Adolf Busch (hier), Walter Braunfels (hier) sowie wiederholt Edwin Fischer (bspw. hierhier und hier), Gregor Piatigorsky (hier), der junge Nathan Milstein spielte Brahms' Violinkonzert (hier) und das von Goldmarck (hier).....
Krips setzte spannende Schwerpunkte: ein Bruckner-Fest und damit viel  Bruckner (alle Symphonien mit Ausnahme der 2. sowie Te Deum und f-moll Messe. Damals gab es Bruckners 4. oder Brahms 4. (hier) vor der Pause!). Es gab auch Tongedichte von Richard Strauss und überraschend viel Mahler ( 2., 3., 5. und 9. Symphonie, Das Lied von der Erde, Kindertotenlieder und Lieder eines fahrenden Gesellen), natürlich Brahms: Mussorgskys Bilder einer Ausstellung kombiniert mit Brahms' 1. Symphonie (hier), Mahlers 4. Symphonie kombinierte er mit Brahms 3. (hier), Brahms' Doppelkonzert mit Bruckners 7. Symphonie (hier). Weiterhin die Karlsruher Erstaufführung von Janáčeks Sinfonietta (hier) und Busonis Klavierkonzert (hier) und vieles andere mehr .......

In besonderer Erinnerung blieb Krips das Zusammentreffen mit Richard Strauss, der 1931 nach Karlsruhe kam, um Krips' Dirigat von Salome (mehr hier) zu hören. Strauss leitete laut Krips 1932 eine Aufführung der Ägyptischen Helena bei einem Gastspiel der Karlsruher Oper in Straßburg und in Karlsruhe ein Beethoven-Konzert mit Edwin Fischer als Pianisten des 3. Konzerts. Auch Heinrich Pfitzner kam nach Karlsruhe und dirigierte seine Oper Das Herz (hier) und Der arme Heinrich (hier); Paul Hindemith konzertierte selber als Solist in seinem Bratschenkonzert (hier), Bela Bartók spielte als Pianist seine Rhapsodie für Klavier und Orchester (hier). Und in besonderer Erinnerung blieb ihm die 1932 vom ihm dirigierte erste strichlose Fassung der Meistersinger auf französischem Boden. In Straßburg wohnte Albert Schweitzer der Aufführung bei: "Wir saßen nachher bis um fünf Uhr früh zusammen. Ich bewahre eine grandiose Erinnerung an ihn und an das, was er damals erzählte."

"Das war das Deutschland, das wir liebten"
Auch menschlich gefiel es Krips in Karlsruhe: "In Karlsruhe gab es außer der musikalischen Seite auch noch anderes Schönes: Menschen zu denen ich mich wirklich hingezogen fühlte", berichtete Krips über seine Karlsruher Zeit. Aus heutiger Sicht überraschend: dazu gehörten auch hochrangige Politiker, die damals kulturelle Kompetenz hatten! "Vor allem fühlte ich mich auch der Familie unseres Oberbürgermeisters sehr verbunden. Dr. Finter liebte die Musik über alles. Ich schätze mich glücklich, ihn als Bürgermeister zu haben, denn es gab keine Oper und kein Konzert ohne seine Anwesenheit. … Dr. Finter bekleidete während meiner ganzen Zeit in Karlsruhe das Amt des Oberbürgermeisters. … Als ich unseren Oberbürgermeister fragte, zu welcher politischen Partei er gehöre, antwortete er: Zu gar keiner. Ich bin ein anständiger Mensch. Ja, wenn es einen rechtschaffenen Menschen gab und jemand auf dessen Wort man sich verlassen konnte, so war er es. .... Solange Deutschland Oberbürgermeister wie Dr. Finter hatte, stand das Opern- und Konzertleben auf einer ganz hohen Stufe. ... Im Rathaus setzte es manchmal so lautstarke Diskussionen, daß sie bis auf die Straße hinunter zu hören waren. Aber um sechs Uhr abends konnte es vorkommen, daß unser Oberbürgermeister mit einer großen Glocke, wie man sie Kühen auf der Weide umbindet, abläutete und sagte: Meine Herren für heute ist Schluß, um sieben beginnt der Rosenkavalier. Das war das Deutschland, das wir liebten."
Julius Finter (*1972 †1941) (mehr hier bei Wikipedia) gab seinen Posten als Karlsruher Oberbürgermeister 1933 auf, auch Intendant Hans Waag (mehr hier) wurde von seinem Posten entfernt.

"In Karlsruhe gab es auch viel Humor. ... Ich konnte die Mundart der Karlsruher, das Badische, und sprach manchmal mit Leuten, die mich nicht kannten, so daß sie glaubten, ich sei ein Badener und nicht ein Wiener. Mit Keilberth imitierte ich sogar zum Spaß auf Grammophonplatten Gespräche von zwei Karlsruhern. Besonderen Spaß hatten wir vor allem während des Faschings. Die letzte Woche vor dem Aschermittwoch veranstalten wir jeden Abend von acht bis elf Uhr das Fasnachts-Kabarett [bspw. hier und hier], in  dem alle mitwirken: unsere Schauspieler, die Sänger, das Ballett ... Oft wurden nach Ende des Fasnachts-Kabaretts in den großen Hotels, im Schloßhotel, im Hotel Germania, in der Festhalle, Bälle veranstaltet, welche bis sechs Uhr morgens dauerten. Aber um halb zehn waren wir bereits wieder auf der Probe, nach einer oder anderthalb Stunden Schlaf, einem kalten Bad und einem starken schwarzen Kaffee. Am Abend ging es dann weiter. Dieses nächtliche Feiern währte sieben Tage bis zum Aschermittwoch. Ebenso fanden manchmal wunderbare Feste in Privathäusern statt, auch Maskenfeste, wo es passieren konnte, daß man am Schluß gar nicht wusste, mit wem man geflirtet hatte. Ich zählte ja nur 24 Jahre, als ich zum Generalmusikdirektor ernannt wurde."

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten
In Krips Worten: "Der Umbruch in Deutschland im Jahre 1933 ging eigentlich in rasanter Weise vor sich. Schon im Januar wußte man, daß große Änderungen bevorstünden, und im Februar kam Hitler zur vollen Macht. Aus Reden, die wir im Rundfunk hörten, stand fest, daß selbstverständlich alle Personen jüdischer Rasse von jeder Tätigkeit in Kunst, Erziehung und Presse ausgeschlossen würden. Auch die sogenannten Mischlinge, also Menschen mit entweder mütterlicher- oder väterlicherseits jüdischen Großeltern. Das heißt jemand konnte, wie ich, katholische Eltern haben und trotzdem als Mischling gelten, weil ein Elternteil jüdischer Abstammung war. Ich ging sofort zum Präsidenten des Badischen Landtages, der sich durch Jahre als großer Verehrer von mir zeigte, und erklärte: Ich möchte Ihnen sagen wie es mit meiner Abstammung steht. … Die Leute zeigten sich wie vom Schlag gerührt. Sie hatten keine Ahnung, daß es bei mir insofern nicht stimmte, und konnten sich im Moment gar nicht vorstellen, daß ich von Karlsruhe weggehen sollte. Man bat mich, jedenfalls bis Ende der Saison zu bleiben und wie bisher zu arbeiten. Ich verlangte damals, daß ein Vertreter der Partei vor das Personal der Karlsruher Oper treten müßte, um zu sagen, daß ich das Vertrauen genieße und daß meinen Anordnungen Folge zu leisten sei. Das geschah auch und ich erfuhr persönlich bis zum Ende dieser Spielzeit von keiner Seite Unannehmlichkeiten."

Weitere Karriere
Nach seiner Entlassung kehrte Krips zunächst nach Wien zurück. Dort wurde er 1933 1. Kapellmeister an der Wiener Staatsoper und ab 1935 Professor an der Wiener Musikakademie. Nach dem Anschluß 1938 erhielt er jedoch Berufsverbot und verlies das Land, seine Stationen führten ihn u.a. nach Belgrad und Budapest, wo er als Gastdirigent wirkte, jedoch keine langfristige Anstellung fand.​ Nach dem 2. Weltkrieg war Krips einer der wichtigsten Dirigenten im Wiener Musikleben und galt als unverzichtbare Größe des Repertoires. Er dirigierte  an der Staatsoper, der Volksoper und bei den Wiener Philharmonikern. Bei den Salzburger Festspielen war er bereits vor 1938 als Dirigent aktiv und wirkte dort nach 1945 regelmäßig. In Bayreuth leitete Krips 1961 Die Meistersinger von Nürnberg, anscheinend war dies seine einzige Dirigentenverpflichtung bei den Bayreuther Festspielen, obwohl er sehr gute Kritiken erhielt. Von 1950 bis 1954 war er Chefdirigent des London Symphony Orchestra und feierte mit dem Orchester internationale Erfolge, vor allem mit Aufführungen und Einspielungen von Werken Mozarts und Beethovens. Krips war dann von 1954 bis 1963 an der San Francisco Opera, er leitete das Buffalo Philharmonic Orchestra von 1968 bis 1970, bevor er von 1970 bis 1973 als Hauptdirigent der Wiener Symphoniker zurückkehrte. Dazu kamen weltweit internationale Gastverpflichtungen, bspw. an der MET in New York, wo er als Spezialist für Mozart galt und mehrfach Don Giovanni und Zauberflöte leitete. Rückkehr nach Karlsruhe Krips erinnerte sich: "Fast zwanzig Jahre später (Anmerkung: 15.01.1950) dirigierte ich wieder einmal in Karlsruhe. Als ich am Bahnhof ankam, erkannte mich die alte Zeitungsverkäuferin, bei der ich immer die Wiener-Zeitung geholt hatte, sofort von weitem und rief: Ha, Herr General, das ist gut, daß sie wieder da sind. Jetzt sind sie der Mottl. Ein größeres Kompliment konnte sie mir nicht machen." Wenn die Stadt Karlsruhe mehr kulturelle Kompetenz und historisches Wissen hätte, würde das Staatstheater am Felix-Mottl-Platz residieren.
Hörenswertes
Von Krips gibt es interessante CD-Einspielungen. Das Plattenlabel Decca hat erst vor kurzer Zeit zwei CD-Boxen mit Krips' Einspielungen auf den Markt gebracht (bei amazon hier und hier). Referenzcharakter wird seinen Aufnahmen von Mozart-Symphonien (hier) und von Schuberts h-moll und C-Dur Symphonie mit den Londoner Orchester (hier) zugesprochen. Bemerkenswert sind bspw. Don Giovanni (hier bei amazon. Vor allem Krips' Zusammenarbeit mit Cesare Siepi als Don Giovanni gilt als Meilenstein und ist vielfach dokumentiert und gewürdigt), Beethovens Symphonien mit dem London Symphony Orchestra (hier) und Strauss' Ägyptische Helena (hier).

Auch bei youtube kann man sich einen Eindruck verschaffen, bspw. mit Mozarts 38. Symphonie (hier), Beethoven 5. Symphonie (hier) und 5. Klavierkonzert mit Arthur Rubinstein (hier) und Don Giovanni (hier) und Schuberts großer C-Dur Symphonie (hier).

Ein kurzes Gespräch mit Krips' Stimme findet sich bspw.  auf youtube (hier), schöner Satz daraus: "Jemand, der nicht in die Oper oder in den Konzertsaal kommt als Besucher, wenn der nicht kommt, um die Musik zu hören, um sich der Musik hinzugeben, dann ist es besser, er kommt nicht."


PS: 2026 stehen einige Jubiläen an: 
Benjamin Britten starb vor 50 Jahren, die Karlsruher Oper würdigt ihn dieses Jahr mit seinem Mittsommernachtstraum. Carl Maria von Weber starb 1826, im 5. Symphoniekonzert wird seine Ouvertüre zu Euryanthe aufgeführt werden. Albert Lortzing hat 225. Geburtstag und 175. Todestag, aber wer traut sich noch an die deutsche Spieloper und Stücke wie Undine, Waffenschmied oder Zar und Zimmermann? 1926 wurden mehrere wegweisende Werke uraufgeführt: Puccinis Turandot und Leoš Janáčeks Die Sache Makropulos sowie dessen Sinfonietta (die Krips 1928 erstmals in Karlsruhe dirigierte), die 1. Symphonie von Schostakowitsch, Amériques von Edgar Varèse und das Stabat Mater von Karol Szymanowski. Aus literarisch-badischer Sicht sind insbesondere der 200. Todestag von Johann Peter Hebel und der 200. Geburtstag von Joseph Victor von Scheffel interessant. Mal schauen, wen und was man im Verlauf des Jahres am Badischen Staatstheater noch würdigt.

4 Kommentare:

  1. Sehr gute, hervorragende Informationen....Danke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank. Als ich die neuen Decca-Boxen mit 43 CDs entdeckte, wurde mir erst Krips Reputation bewußt und ich begann zu recherchieren.

      Löschen
  2. Herzlichen Dank für diese sorgfältig recherchierte interessante Erinnerung an Josef Krips! Ich habe noch einige der Aufnahmen mit Krips und dem London Symphony Orchestra und dem Concertgebouw und höre sie mir gerade mal wieder an.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die freundlichen Worte und viel Freude beim Anhören! Bei den späten Mozart-Symphonien werde ich mir zum Vergleich die Karl Böhm-Aufnahmen mit den Berliner Philharmonikern auflegen.

      Löschen